Vermona DRM

Vermona DRM Überblick

Die Vermona DRM stammt aus der ehemaligen DDR und wurde in den frühen 80er Jahren hergestellt, ist also bald 40 Jahre alt. 11 Instrumente (SD gibt es in zwei Versionen) sowie ein Accent lassen sich damit Lauflicht- sowie Echtzeit-Programmieren und auf 10 (!) Speicherplätzen abspeichern. Besonderheit: 32 steps pro Rhythmus. Die Programs lassen sich auch zu Songs chainen. Die 16 Preset Rhythmen sind imho recht unspektakulär. Sie hat sogar MIDI für Antriggern der Sounds per Note sowie Sync zu Midiclock.

Die Dokumentationen (Anleitung sowie Service manual) werden nach wie vor von Vermona angeboten, top!

 

Technik

Die Klangerzeugung ist komplett analog und auf zwei Platinen verteilt. Viele viele Potentiometer laden zum tweaken ein. Cymbal und Hihat sind ähnlich aufgebaut wie bei der TR-606: per 6-Oszillator Ringing-Noise. Die Post-Filter der Becken sind insgesamt recht ’scharf‘ und hochfrequent. Toms und Snares sind ähnlich der ER-9, einfache aber wirkungsvolle Schaltungen mit 1-2 Transistoren und T-Filtern an der Oscillationsgrenze. Der Handclap hat leider keinen Reverb, ist aber dennoch charaktervoll. Bassdrum und Cowbell sind mit Operationsverstärkern versehen, wow. 

 

Wenn man die Bodenklappe öffnet kommt man an das Elektronengehirn mit der Bezeichnung ZERH. Auch wenn die Chip-Labels mit UB880, UB857 oder C530 erstmal komisch klingen, es sind im Grunde baugleiche Chips zu den West-Pendants Z80 CPU, Z80 CTC usw., Es gibt auch einen ADC für das Einlesen des TEMPO Drehreglers und viele, viele Logikchips.

Der größte Schwachpunt der DRM: die Verkabelung. Mehrere verdrillte Kabelbäume mit zahllosen Kabeln führen zu wenig vertrauenserweckenden Steckern, teilweise mehrere Kabel an einem Kontakt.Die Maschine lässt sich auch nur einen Spalt weit öffnen bevor die diversen Kabelstränge beginnen dagegen zu halten. Mehr dazu siehe FEHLERBEREINIGUNG

 

Schmutzbereinigung

Die DRM ist – abgesehen von der Verkabelung – mechnisch großartig und hochwertig aufgebaut. Metall-Oberschale mit angeschweißten Flanschen für LED Display und Buttonpanel. Alle Knöpfe sind von hervorragender Kunststoffqualität, selbst nach 40 Jahren ist nichts spröde. Die Druckknöpfe sind mechanisch voll zerlegbar (non-destruktiv). Die meisten Taster gingen sogar noch nach fast 40 Jahren.

Nach der komplett-Zerlegung gingen die Plastikteile in’s Ultraschall-Bad. Die Kontakte wurden mit Deoxit gereinigt, die Platine mit Alkohol.

 

Alles blitzblank und alle Taster wieder voll funktionsfähig.

 

Fehlerbereinigung

Mögen die folgenden Zeilen dem ein oder anderen verzweifelten DRM Besitzer helfen:

Ein erster Test nach dem Zusammenbau war erstmal negativ. Obwohl Tempo regelbar war, reagierte nicht ein einziger Taster! LED 1 bei BEAT war an. Alle 8 Sendesignale für die Buttonmatrix kamen von der Recheneinheit und wurden auch an diese zurückgesendet bei Button-Betätigungen. Nach ca. 2 Stunden Fehlersuche und dem Austausch einer CTC – deren Timer seltsam inaktiv waren – fielen mir 4 lose Kabel auf. Zwei in Grau, zwei in Gelb. Sie waren von zweien der Fußtaster-Buchsen abgerissen worden. Die Fußtaster aktivieren ihre jew. Funktion durch Kontakt nach GND. An jedem Fußtaster sind 2 Kabel gleicher Farbe. Eines führt ein Kennsignal (so etwas wie ein Pullup-Widerstand), das andere geht zur Recheneinheit. Sind diese beiden Kabel nicht verbunden erhält die CPU kein Kennsignal und interpretiert das als „Fußtaster gedrückt“. Gemäß Anleitung wird immer nur der ERSTE gedrückte Button (bzw. Fußtaster) interpretiert, weitere Gedrückte werden ignoriert. Nach Anlöten der Kabel an die beiden Buchsen reagierte die DRM wieder wie gewohnt.

 
 

Trigger Inverter

Die 30 Pol Messerleisten-Buchse auf der Rückseite der DRM bietet Audio- sowie Triggerausgänge für alle Instrumente. Aus irgendeinem Grund sind diese negativ (OFF=5V, Trigger=GND). Das gefiel mir nicht und ich habe mit zwei 4069 Oktal-Invertern alle 13 Signale zur Buchse invertiert (Off=GND, Trigger=5V). Das geht sogar ohne die Platine rauszunehmen. Dazu müssen nur die 100 Ohm Widerstände rechts oben auf der CPU Platine raus.

 

Breakout box

Einzelausgänge für Instrumente sind etwas feines, Trigger-Outputs auch. Aber möchte man eine Breakout-Box mit 26 Buchsen? Als pragmatische Lösung habe ich eine Lösung gebastelt die alle Signale auf Flachbandkabel-Verbindungsstecker legt: die Audiosignale auf einen 10-pol Stecker, alle Trigger auf einen 16-Pol Stecker. Die 10 Buchsen hängen an einem zweiten 10-pol Stecker. Mit Breadboard-Patchkabeln lassen sich so beliebige Audio oder Triggersignale auf die Buchsen patchen. Die beiden Kippschalter wählen für je 5 Buchsen ob sie an Digital Ground (Trigger) oder Analog Ground (Audio) hängen.

 

3D Print für fehlende Knöpfe

Die VRM die ich bekommen hatte fehlten die beiden Knöpfe für Tempo und Volume. Also musste der 3D-Drucker mal wieder ran. Der 4te Versuch passte dann. Der weiße Punkt ist aufgemalt.

 

Demo

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