Syncussion SY-1 Clone power supply noise fix

Syncussion SY-1 Clone – Spannungsversorgungs-Fiepen

Original-Bestückung mit TL497

Hier geht es um das bei gearsluts viel diskutierte Problem des grandiosen SY-1 Clones von ‚The Human Comparator‘ aus Batch 1, dessen Spannungsversorgung bei einigen Geräten mehr oder weniger im Audiopfad fiept. Es ist ein unangenehmen hochfrequentes Sirren das lauter wird wenn man die Pegel-Fader auf leise stellt. Auch bei aufgedrehten Leveln ist es je nach eingestelltem Sound mal mehr mal weniger zu hören. Es kommt eindeutig vom Spannungsinverter TL497 der über irgendwelche internen Hochfrequenz-Strompumpen (keine Ahnung) aus der positiven Versorgungsspannung von +8V eine negative (-8V) wandelt. Einige Syncussion-User scheinen weniger Probleme mit diesem Störgeräusch zu haben, für mich war das Gerät so aber schlicht unbenutzbar. Es gibt einen weiteren Clone von PsyCox der dieses PowerSupply-Problem offenbar gelöst hat, er hat sein Filter irgendwo in gearsluts gepostet. Mein Breadboard-Nachbau dieses Filters aus Kondensatoren (470n, 22µ, 100µ) und Induktor (47µH) auf Breadboard brachte allerdings nur eine Veränderung des Störgeräusches, keine Besserung – womöglich waren meine Bauteiltoleranzen zu groß. Nächster Versuch war, einen anderen Spannungs-Inverter zu probieren.

Alternativ-Inverter: LT1054

Versuchsaufbau für Umschaltung der beiden -8V Versorgungen

Die meisten Shruthi-Filtershields verwenden als Spannungsinverter einen LT1054. Um sicher zu gehen machte ich einen ordentlichen Versuchsaufbau: die originale -8V-Spannungsversorgung des SY-1 wurde direkt NACH dem Netzteil auf der Leiterbahn getrennt und die beiden Kabel (-8V Ausgang des Netzteil und -8V Eingang zur Elektronik) per Kabel auf einen Kippschalter gelegt. Am dritten Pol des Kippschalters hing der Ausgang des LT1054 der direkt mit den +12V des Netzteil gefüttert wurde. So konnte mit dem Kippschalter direkt verglichen werden ob das Sirren verschwindet und ob sich womöglich der Sound der ganzen Maschine ändert. Das Sirren verschwindet tatsächlich und der Sound ändert sich nicht – Hurra. Ein Rest-Noise war auch nach dem Umschalten zur Shruthi-Versorgung noch zu hören, das liegt aber daran, dass der TL497 noch eingesteckt war und vermutlich auf GND einstrahlte. Wenn der TL497 rausgenommen wird ist das Sirren komplett weg. LT1054 und Spannungsregler werden nicht mal lauwarm.

LT1054 Inverter

Man könnte versucht sein den Inverter gleich mit den +8V aus dem positiven 7808-Regler zu versorgen und sich den 7908 zu sparen. Ein Versuch zeigte, daß die verbleibenden -7.6V nicht ausreichen. Die VCAs gingen nicht mehr ganz zu. Also den LT1054 mit 12V versorgen und einen Spannungsregler dahinter.

Umbau von TL497 auf LT1054

Entfernte Teile

Der Umbau sieht auf den ersten Blick etwas chaotisch aus, ist aber mechanisch recht stabil und passt problemlos in der Höhe. Zunächst kommen alle Teile raus die mit dem TL497 zu tun haben um Platz zu schaffen und evt. Probleme zu vermeiden da wir später einige der IC-Socekl-Pins weiter verwenden. Raus kommt der IC-Sockel (mit Seitenschneider an den schmalen Seiten durchtrennen und Beinchen durch mehrfaches Umbiegen abbrechen, dann mit der Pinzette die IC-Beinchen aus den Löchern löten), der 1-Ohm Widerstand sowie 1k und 5.6k. Dann noch die Spule und den 100 pico Kondensator. C34/1n kann eigentlich auch raus, hatte ich offenbar vergessen. DRINLASSEN: 100n und 100µ zur Glättung des -8V Ausganges.

Neuer Inverter

Nun schauen (besser: MESSEN) wir welche Pins des alten TL497-IC wir weiter verwenden können. Das sind Pins 2 und 5 gegen GND sowie Pins 4 und 7 die mit dem Ausgang unseres 7908 verbunden werden und den sauberen -8V Ausgang darstellen der die gesamte Elektronik versorgt. Praktischerweise haben wir auf der Platine noch die beiden Kondensatoren (100n, 100µ) die wir gut für die Glättung des 7908-Ausgangs gebrauchen können. Am linken Anschluss des 1 Ohm Widerstandes liegt die Netzteil-Eingangsspannung (+12V) an, das ist der Eingang (Pin 8) für unseren LT1054. Der Rest wird in der Luft verdrahtet.

Seitenansicht, alles schön flach

Ich habe für die beiden verbleibenden Kondensatoren (7908 Eingangsglättung und LT1054 zwischen Pin 2 und 4) 10µ genommen auch wenn in den Shruthi-Schaltplänen teils 100µ oder 220µ steht. Eine Oscilloskop-Messung sowie ein paar Audiotests zeigten keinerlei Vorteile bei den großen Werten und die 10µ sind schön klein. Zu beachten: da wir eine negative Spannungsversorgung haben kommt der Minus-Pol des Elkos an -8V und nicht an GND! Ich habe auch den 10p Kondensator zwischen Pin 2 und 7 weg gelassen. Weder Störspannungs- noch Audiotechnisch war ein Unterschied zu bemerken ob er dran ist oder nicht. Die beiden 10µ Elkos können wir allerdings NICHT weglassen, die müssen wirklich sein.

Demo

Hier gibt es ein kleines Beweisvideo. Der Ausgang des SY-1 wird über einen Kompressor bearbeitet um die Störgeräusche deutlicher hervor zu heben.