Roland CMU-800

CMU800 - modded and with Midi
CMU800 – modded and with Midi

Entmystifizierung, midifizierung und modifizierung Roland CMU 800

Diese Projektchen lief nicht ganz so optimal. Eigentlich wollte ich die CMU als Klangquelle für die Entwickling eines Stepsequencers nutzen.Schlussendlich hatte ich sie dann nur noch mit Midiinterface versehen und ein wenig modifiziert. Einige Mods mussten wegen sehr starker Einstreuungen aufgrund der langen Kabel wieder rückgängig gemacht werden.

Allgemeininfos zur CMU 800

Auch wenn man es immer wieder mal hört: die CMU 800 hat keinen Synthesizer eingebaut. Sie hat im Gegensatz zur CMU 810 keinen Synthesizer eingebaut. Es gibt hier ein paar Rechteckgeneratoren die durch einen festen Lowpass etwas dumpfer gemacht wurden und ein paar rudimentäre Hüllkurven da die Klangerzeugung ja polyphon ist. Die CMU 800 war mal dafür gedacht mit einem Sequencerprogramm und einem Macintosh digital verbunden zu werden um Kompositionen auf dem Mac abspielen zu können. Dafür hat die CMU 800 einen monophonen Bass, eine mehrstimmige  Begleitsektion und ein paar Midi/CV Ausgänge. Und – das ist das interessanteste – eine analoge Drumsektion die der TR-606 relativ ähnlich ist. Sie sind nicht identisch, die Toms haben z.b. kein Rauschenb und keine Pitchhüllkurve und die ein paar Bauteilwerte sind etwas verschieden. Aber die beiden klingen sehr ähnlich.

CMU800 - simple Midiinterface - unfortunately the TDA8444-I2C-DAC is not manufactured anymore
CMU800 – simple Midiinterface – unfortunately the TDA8444-I2C-DAC is not manufactured anymore

Ringing-Oscillator für Hihat und Cymbal

Normalerweise werden Hihat und Cymbal von einer Mischung aus 6 verstimmten Rechteckwellen gespeist. Ich habe mit einem Tiny18 eine alternative Soundquelle dazugebastelt mit folgenden Features:

  • 2 Drehregler für TONE und TUNE
  • Tone liefert 10 verschiedene 4-Oscillator-Rechteck-Tune-Variationen und digital noise
  • Tune regelt den Tone global in der Tonhöhe
  • schaltbar als alternative Rauschquelle für HiHat und Cymbal
CMU800 - the components for the drumvoices
CMU800 – the components for the drumvoices

Modding

Die CMU ist sehr angenehm zu modden, wenn man alles auseinandernimmt kommt man sehr gut an die Bauteile heran. Es ist auch nicht alles so dicht gepackt wie bei anderen Maschinen. Folgendes wurde eingebaut:

  • Snare Tune -> R72 (560k) ersetzt gegen 220K und ein 1M-Pot in Serie (dieser Mod wurde später wieder ausgebaut. das lange Kabel hat zu viele Einstreueungen eingefangen)
  • Snare Noise-Decay -> C22 (0,47µ) ersetzt mit 1µ um Decay zu verlängern (mehr als 1µ ist nicht ratsam, sonst klingt das Attack wieder verwaschen). Dann einen 100k-pot gegen Masse an R77 wo er C22 trifft. Das entlädt den Kondensator schneller oder langsamer
  • CY-Decay ->1M-pot gegen Masse bei  D16/R144
  • OH-Decay -> R104 tauschen gegen 1M-pot
  • Schalter zur Umschaltung Original Noisequelle für HH/CY oder o.g. µController-Noisequelle
  • HiHat-filter -> der Ringingoszillator nimmt 2 Wege. Einer zum langen Decay-Noise der Cymbal, der wird lowpass gefilteret. Der andere Weg geht zu den Hihats und macht ein kurzes „tsh“ für das Cymbal. Dieser Weg wird bei R102/C68/C69 gefiltert. R102 ersetzen durch 10k-pot um den Filter regeln zu können von seiner heftigen Verstärkung der hohen Frequenzen bis zu einem relaxeten midrange Tone.
  • ich habe noch eine dr55 Clave dazugebastelt
  • BD-Tuning für beide Oscillatoren. R57 und R74 ersetzen gegen 10k-pots gegen Masse. Es ist ratsam z.B. 330 ohm zwischen Pot und Masse zu setzen für R57 (lower BD) und dasselbe mit 220 ohm für R74, ansonsten können die BD-Tones so hoch getunet werden daß sie zu kreischen anfangen, was mitten im Musikmachen nicht schön ist (dieser Mod wurde wegen Einstreuungen auch wieder rausgenommen, geht nur mit kurzen Kabeln)
  • BD-Tone, ein simpler lowpassfilter. Benötigt einen zusätzlichen OpAmp. Schaltplan unten
  • BD-decay. Benötigt einen zusätzlichen OpAmp. Schaltplan unten

Die mods wurden durch einen Kabelbaum geschickt der sowieso schon im Gerät vorhanden war und nicht mehr benötigt wurde durch die Stillegung der internen Sounderzeugung. So konnte alles ohne Löten zusammen-auseinandergebaut werden. Wurde trotzdem etwas chaotisch.

Die einzelnen Drumvoice outputs wurden nun vom Drummixer getrennt und separat zu den Frontfadern geführt. Da die interne Klangerzeugung nicht mehr vorhanden war konnten die Fader zum Mischen der Drumvoices genutzt werden. Positiver Nebeneffekt: Einzelausgänge für BD,SD,Tom/Clave und Hihat/Cymbal.

Die 16 3.5mm Buchsen auf der Rückseite die ursprünglich gate/cv herausgeführt haben senden nun triggersignale nach aussen um anderes Equipment anzusteuern.

CMU800 - one of the 2 pcbs which are attached back on back
CMU800 – one of the 2 pcbs which are attached back on back
Kleines Demovideo der gemoddeten CMU-800
CMU 800 - BD Tone Mod
CMU 800 – BD Tone Mod
CMU 800 - BD Decay Mod
CMU 800 – BD Decay Mod