Pearl DRX-1 Drumsynth

Pearl DRX-1 - front panel
Pearl DRX-1 – Front

Pearl DRX-1 Überblick

Der Pearl DRX-1 hat 5 Instrumente die normalerweise von Drumpads getriggert werden. Natürlich kann man auch sonstige Triggersignale reinschicken. Die Instrumente sind identisch aufgebaut und unterscheiden sich nur ein wenig in der Tonhöhe: Bassdrum, Snare und 5 Toms, jeder mit Einzelausgang. Wird ein Einzelausgang nicht benutzt dann wird das Instrument auf die Summe gelegt. Sehr sauber und stabil aufgebaut.

Pearl DRX-1 - back view
Pearl DRX-1 – Rückseite

Es gibt 8 Kits zur Parameterspeicherung. Ein Druck auf einen der Kit Buttons und der Sound wird sofort aufgerufen, man kann quasi live im Lied umschalten ohne eine Verzögerung zu hören.

Zur Editierung wählt man ein Pad (= Sound), mit den +/- Tasten setzt man den gewünschten Parameter und mit den Hoch-Runter Tasten verändert man den Wert des Parameters. Die Auflösung ist mit 1-19 für jeden parameter recht grob gewählt.

Klangparameters

1. Pitch = Tonhöhe des Sounds

2. Bend = Tonhöhe wird durch eine Hüllkurve gesteuert (nur positiv). Die Tonhöhenmodulation ist abhängig von der Amplitude des Triggersignales.

3. Mix OSC/Noise = hier kann man blenden zwischen weißem Rauschen und dem Oszillatorsignal (Dreieck)

4. Overtone = WOW, ein ungewöhnlicher und cooler Parameter! Es wird ein zweiter Oszillator zugemischt der zum ersten leicht verstimmt ist und mit diesem ringmoduliert (o.ä.) wird um ein zweites Fell zu imitieren. Klingt klasse.

5. Attack = Lautstärke des Anschlaggeräusches in Form eines kurzen Noisesignales. Ist kein Click, eher Noise mit sehr kurzem Decay. Klingt angenehm.

6. Filter = Nicht oder wenig resonantes Lowpassfilter das auf Noise, Oszillator und Attack gleichermassen wirkt

7. Decay = Dauer des Sounds. Die Spanne reicht ziemlich weit, nicht ganz 808-Länge aber schon recht langgggg. Auch wenn hier extrem kurz eingestellt ist, klingt der Sound im Vergleich zu den T-Brücken-Sounds (Minipops, CR78 usw.) relativ lang da die Sounds hier wie bei der TR-909 ein Per Verstärker geformter, permanent schwingender Oszillator ist. Die voices werden mit 2 LM13900 (Dual-OTAs) geshapet.

8. Level = kann sich wohl jeder denken …

Pearl DRX-1 - inside
Pearl DRX-1 – Innen

Hier ein Democlip – Angesteuert über eine modifizierte Fricke MFB502 mit Trigger-Outs (inzwischen verkauft). Alle 2 Takte wird ein Kit weitergeschaltet..
Pearl_drx-1.mp3

Drehregler für die Parameter

Meine erste DRX hatte ich wieder verkauft. Diese hier bekam ich recht günstig defekt. Nach der Reparatur wollte ich die Parameter endlich per Potis regelbar machen anstatt der ewigen +++/— Orgelei. Nach ein paar Messungen waren die passenden Lötpunkte gefunden. Die Platine ist extrem sauber aufgebaut, Pearl hat hier phantastische Arbeit abgeliefert..

Pearl DRX-1 - modding cabeling
Pearl DRX-1 – Verkabelung

Jeder der 8 Parameter wird über ein Spannung von 0 bis 4.75 Volt gesteuert und liegt an den 4 Ausgängen von jeweils pro Stimme 2 OpAmps an welche die Signale aus einem 4051 Multiplexer verstärken. Die Opamps auszulöten ist ohne Spezialwerkzeug sehr schwer zu schaffen. Sie sitzen sehr streng in Ihren Löchern und sind beidseitig verlötet. Das ist aber auch gar nicht nötig: man kann den Ausgängen folgen, sie enden in jeweils einem Widerstand. den kann man nun an der zum OpAmp zeigenden Seite auslöten und schon hat man die 8 Lötstellen, an die der Schleifer der Potis muss.

Gehäuse

Der Metalldeckel wurd durch ein MDF-U ersetzt und mit 40 Löchern versehen. Dort hinein kamen die Potis die ich im 200er Pack günstig als Restposten in der Bucht fand. Der neue Deckel musste für Lötarbeiten abnehmbar sein, daher habe ich noch einen Zwischenadapter gebastelt (siehe Bild) sonst würde man vor Kabelsalat wohl wahnsinnig.

Pearl DRX-1 - tweaking points for modding
Pearl DRX-1 – Lötpunkte für modding

Die Hotspots

Rechts ist ein Bild der Lötpunkte. Um den Pitchrange zu vergrößern habe ich den 68k Widerstand ersetzt durch 10k. Wenn man den 68k drin lässt verschenkt man ein wenig Spielraum, den 10k Widerstand wegzulassen macht aber auch keinen Sinn da der Pitch dann auch nicht höher geht, 10k ist also ganz gut.

Die 8 Kabel einer Voice gehen nun von der Platine an den Schleifer (mittlerer Pin) eines Potis. Der eine freie der 3 Pins geht dann an Masse und der andere freie geht an +5Volt. Meine Pots haben 100kOhm. 10k wären wohl auch ok, bei 1k könnte es durch die 40fache Parallelschaltung aber etwas mehr Strom verbrauchen und das Netzteil zu stark belasten.
Theoretisch könnte man die Parameter auch per modulsystem steuern. Ich würde aber aufpassen, daß nicht mehr als 5 Volt draufgegeben werden, manche Modulsysteme arbeiten ja mit +15 Volt.

Voltage Regulator for 5V mounted to case to improve heatsink
8V-Spannungsregler wurde mit dem Metallgehäuse verschraubt um mehr Wärme ableiten zu können

Der 7808 Spannungsregler

40 Potis parallel geschaltet führen zu einem deutlichen Anstieg des Stromverbrauches. Als Folge wird der 7808-Spannungsregler deutlich wärmer. Es sitzt zwar schon an einem großen Kühlkörper, das Gehäuse selbst ist aber durch seine große Fläche noch deutlich besser um Wärme abzuleiten. Ein ungeschriebens Gesetz sagt, wenn man den Spannungsregler im Betrieb noch anfassen kann ohne daß es weh tut ist er noch im grünen Bereich. An seinem alten Kühlkörper war das schon arg heiss, am Gehäuse ist seine Hitzeentwicklung sehr viel verträglicher.

Modding

Erweiterung pitch-range

Der 68k-Widerstand am Pitch-Lötpunkt kann wie oben geschrieben ersetzt werden durch 10k oder 15 k. Das erweitert die Spanne vom tiefsten zum höchsten Pitch.

Pearl DRX-1 - modding detail
Pearl DRX-1 – modding Detail

Verkürzung Decay
Selbst beim kürzest eingestellten Wert für Decay sind die Sounds noch relativ ‚lang‘ im Vergleich z.b. mit den SOunds einer T-Brücken-Maschine wie etwa der CR8000. Das lässt sich recht einfach verbessern: es muss nur ein 10k bis 15k-Widerstand parallel zum 62k-Widerstand beim Decay-tweakpoint und das Decay wird deutlich kürzer. Ich habe das ganze für die Toms schaltbar gemacht, um wählen zu können zwischen kurzer und normaler Decay-Spanne. Der Pot für Decay arbeitet ganz normal, mit dem Schalter wird nur seine Spanne verändert.

Pearl DRX-1 - detail of tweaking point
Pearl DRX-1 – Detail pitchrange mod

Maximalen Pitch erhöhen

Auch der höchste einstellbare Tonhöhe ist relativ tief. Für Claves oder Congas reicht das nicht. Auch das lässt sich ändern: einfach einen ~ 25k-Widerstand parallel schalten zum Widerstand oberhalb des 4016-ic an der Unterkante der platine (gegenüber den Labels ‚Snare‘, ‚Bassdrum‘ …), rechts ist ein Bild. Auch hier kann man einen Schalter einbauen um zwischen normaler Spanne und der höheren Pitch Spanne wählen zu können. Sonst hätte man ja nur die hohe Spanne :)

Der Widerstand UNTER dem 4016 ist übrigens für den overtone-Oszillator zuständig. Wenn man also möchte kann man den auch Regelbar machen.

Pearl DRX-1 midi interface (right side) and 909 Hihats with Rim (left side)
Pearl DRX-1 Midi interface (rechts) und 909 Hihats mit Rim (links)

Nochwas: Midi und Hihat + Rim

Nach einer Weile ging es mir auf die Nerven immer ein eigenes MidiTrigger Interface nutzen zu müssen, also musste ein internes entwickelt werden. Nebenbei gibt es daher auch gleich noch leuchtende Trigger-LEDsIt und Buttons zur manuellen Triggerung, sehr hilfreich um den richtigen Sound zu finden und nicht an der falschen Voice zu schrauben. Das Interface hat 8 Kanäle, es waren also noch 3 übrig. Da wir schon dabei waren versuchte ich mit ein paar hybrid Hihats aus dem SChaltplan der tr-909 HiHat und einer SD-Card zu basteln. Sie bietet 6 paar open/closed Hihats. Zuletzt bastelte ich noch die TR-909 RIM nach die recht einfach aufgebaut ist. Obwoh lalles funktioniert bin ich mit dem 8bit SOund der Hihats nicht recht zufrieden.

Finished Pearl DRX-1 with Mods, Midi and 909 Hihats with Rim
Finished Pearl DRX-1 mit Mods, Midi und 909 Hihats mit Rim

Hier habe ich einen Demosong mit dem Teil bei youTube hochgeladen:

http://www.youtube.com/watch?v=6EJFKQJhpu4