Kawai K3m Programmer

Old Phatboy Midicontroller
Ein alter Phatboy Midicontroller – gute Hardware aber sendet nur mäßig nutzbare Mididaten

Technisches

Den Kawai K3m hatte ich schonmal vor 15 Jahren für ein paar Jahre, hatte ihn aber wieder verkauft. Kürzlich besorgte ich mir wieder einen und wollte dafür auch unbedingt einen hardware programmer haben. Per Zufall stolperte ich über diesen alten Keyfax Phatboy controller für ca. 40 EUR. Nach der ersten untersuchung fand ich die Mididaten die er sendet relativ nutzlos, die Hardware sah allerdings sehr brauchbar aus.

A look inside the keyfax phatboy
Ein Blick in das Innenleben des Keyfax Phatboy

Innenleben

Der Keyfax hat einen 6n136 Optocoupler (für Midiempfang), einen Counter für die Multiplexer, das Eprom mit der Software für die CPU und 2×4051 Multiplexer. Auch nett ist der 4 bit Drehencoder zur Auswahl des Midichannel.

Ich musste einige Leiterbahnen durchtrennen um Eprom, Controller and Counter in den verdienten Ruhestand zu schicken. Sich in den Onboard-Controller einzuarbeiten, Eprom umzuprogrammieren usw. wäre aufwendiger gewesen als gleich eine neue CPU mit In System Programming einzubauen.

Keyfax controller with new CPU
Die neue CPU fand noch Platz an der Rückseite

Neue CPU

Der controller erhielt also eine neue CPU in From eines Atmel Atmega8. Ich ersetzte die Power-LED durch eine bicolor-LED für die Zustandsanzeige. Die LED kann grün, rot oder – wenn beide Seiten mit Saft versorgt werden – orange leuchten. Die 3 Farben werden gebraucht für die Farbcodierung der zu steuernden Parameter bzw. Modi.

Die neue CPU nummt Midi entgegen, steuert die Mutliplexer an, liest die Schalter ein und sendet Mididaten wieder raus. Seltsamerweise musste ich einen 10k-pullup-Widerstand an RX setzen um den 6N136 mit dem mega8 lauffähig zu bekommen, komischerweise lief der controller mit der alten CPU ohne.

Der 2te 4051 hatte noch 3 Pins frei für weitere Potis. Ich nutze einen davon für ein VOlume-Pot was gerade beim K3 ziemlich sinnvoll ist. Die Pegelsprünge beim wechseln von Waves oder Hochdrehen der resonanz sind da ziemlich groß. Man hätte noch zusätzliche 2 Potis mit der Hardware betreiben können aber das Gehäuse war schon ziemlich voll und Potis an der Seite oder Rückseite müssen nicht unbedingt sein.

colorcoded Parameters of the K3m-controller
Farbkodierte Parameters des K3m-controller. Die blauen Potis und Volume werden immer verwendet, unabhängig vom Modus

Farbcodierte Parameter

Nach einigen Stunden Grafik und µCOntroller-Programmierung war der Controller fertig. Die Front ist ein simpler Laserausdruck mit UHU alleskleber auf die angeschliffene Front geklebt. Die Löcher mit einem Skalpell ausgeschnitten und alles mit KLarlack mehrmals dünn besprüht.

Wie man sieht gibt es eine farbcodierte Matrix. Die meisten Postis haben mehr als eine Funktion. Recht oben gibt es einen Schiebeschalter mit 2 Stellungen um die 3 Modi zu wählen: grün, orange und rot. Im Modus „Orange“ z.b. leuchtet die LED orange und es werden alle orangenen Parameter (vornehmlich Hüllkurvenparameter) gesendet. Im Modus „Grün“ werden Parameter für Wellenform, Chorus, Keytrack usw. gesendet usw.

Die beiden Parameter ‚Pressure to VCA‘ ‚Pressure to VCF‘ habe ich nirgends mehr unterbekommen. Die beiden – falls man sie denn verwenden möchte – muss man eben am Gerät selber einstellen.

Die 4 aus meiner Sicht wichtigsten Parameter Volume, Cutoff, Reso and VCF-Envelope Amount werden übrigends (beim Drehen) immer gesendet, unabhängig vom Farbmodus.

Finished Kawai K3 hardwarecontroller
Fertiger Kawai K3 Hardwarecontroller

Geschafft

Das ist er, der (soweit ich weiß) weltweit erste Kawai K3 Hardwareprogrammer.

Alle eingehenden Daten (Noten, Anschlagdynamik, Modulation, Pressure) werden natrlich durchgeschleift bzw. gemergt mit den Sysex-Daten der Parameteränderungen. Das bedeutet der Controller wird einfach vor den Midieingang des K3 zwischengeschleift und er K3 kann ganz normal weitergenutzt werden, nur eben zusätzlich mit einem Hardware Interface.

Wenn man sehr viele Mididaten reinschickt und recht wild herumdreht am COntroller kann es schon mal passieren dass eine Note hängen bleibt. Mit noch etwas Mühe beim Programmieren liesse sich das höchstwahrscheinlich noch ausbügeln. Fürs erste habe ich den Switch auf der Vorderseite dafür missbraucht „All Notes Off“ zum K3 zu schicken.

Demo Video