Eurorack – Deluxe Delay Entwicklung

Stereoping Deluxe Delay Protoype 1 - 02/2014
Stereoping Deluxe Delay Protoype 1 – 02/2014

Zielsetzung Deluxe Delay

Neben dem spartanischen Sparta Delay wollte ich mit dem PT2399 Delaychip auch noch ein Delay entwickeln das eine möglichst umfangreiche Ausstattung bietet. Das „Deluxe Delay“ hat folgende Features:

  • Pegelregler zur Eingangssignalabschwächung um Delay nicht zu übersteuern
  • Steuerspannungseingang für Delayzeit
  • Steuerspannungseingang für Feedback
  • Send-/Return Einschleifweg um mit externen Filtern, Equalizern oder Effekten das Feedback einzufärben für dub-artige Sounds
  • VCA zwischen Signal-Eingang und Delayeingang
  • Dry/Wet Sektion mit der Möglichkeit für 100% Delay

Pegelregler für Delayeingang

Das Eingangssignal geht im „Deluxe Delay“ unverändert direkt in die Dry/Wet-Sektion. Der Pegelregler dient dazu, den Eingangspegel – welcher in der Eurorack-Welt recht hoch sein kann – abzuschwächen um das Delay nicht zu übersteuern. Natürlich kann man den PT2399 auch gerne absichtlich übersteuern.

Stereoping Deluxe Delay Protoype 1 - PCB view - 02/2014
Stereoping Deluxe Delay Protoype 1 – PCB view – 02/2014

Send/Return Einschleifweg

Mit einem Einschleifweg lässt sich der Charakter eines Delays umfangreich und sountechnisch sehr bereichernd manipulieren. Wenn wir z.B. einen Highpassfilter in den Feedbackpfad schleifen (Send des Delays wird in Highpass Eingang gestöpselt und der Highpass-Ausgang in die Delay-Return-Buchse) dann wird das Delay mit jedem Echo an Bass verlieren. Das klingt nicht nur interessant, es ermöglicht auch mehr Transparenz im Mix. Wird der externe Highpass- oder Bandpassfilter auch noch in seiner Grenzfrequenz moduliert und der Effekt mit etwas Resonanz-Zugabe verstärkt wird der Sound des Delays extrem lebendig und charaktervoll. Lowpassfilter sind nicht ganz so erbiebig da der PT2399 nicht unbedingt als Bassmonster bekannt ist.

VCA in der Eingangssektion

Es wundert mich, warum dieses (meiner Meinung nach supercoole) Feature sich bei Delays noch nicht etabliert hat. Bislang habe ich es noch bei keinem Delay gesehen, daher musste ich es natürlich im „Deluxe Delay“ unbedingt haben: einen VCA zwischen dem Eingngssignal und der Delayeinheit. Was soll das nun für einen Sinn ergeben? Ganz einfach: oftmals führt der Delayeffekt dazu, das komplette Eingangssignal ziemlich zu vermatschen und in einen undeutlichen Brei zu verwandeln weil eben ALLES was vorne reinkommt mit Delay verkleistert wird. Wenn wir nun z.B. in einem Loop nur die Snare mit Delay versehen wollen, können wir das beim „Deluxe Delay“ bewerkstelligen, indem wir das Delay am Kippschalter auf ‚Aus‘ stellen und ein Gate-Signal in die „Send-Level“ Buchse schicken, das im selben Moment und für die gewünschte Dauer ‚High‘ ist (=Taste unten) wie die Snare zu hören ist. Der Vca kann natürlich nicht nur öffnen und schliessen, der Pegel ist frei modulierbar und ermöglicht so feinste Nyancierung des Signalanteiles der mit Delay versehen werden soll. Natürlich lässt sich das auch mit externem Einzelequipment bewerkstelligen, es ist aber sehr praktisch und lädt zum Experimentieren ein, alles aufeinander abgestimmt und gleich im Delay eingebaut zu haben.

Stereoping Deluxe Delay Protoype 1 Copperview - 02/2014
Stereoping Deluxe Delay Protoype 1 Copperview – 02/2014

Sounddemo